Schwere LKW für den Fernverkehr


Fernverkehr-LKWs sind typischerweise Zugmaschinen, die mit entsprechenden Aufliegern auf der Langstrecke eingesetzt werden. Sie fahren jedoch auch den stationären Groß- und Einzelhandel und Produktionsstätten an und sind so auch in Innenstädten und Vororten anzutreffen. Viele Gewerbegebiete, die früher an einem Stadtrand entstanden waren, sind heute umbaut von Wohngebieten. Sie ziehen trotzdem weiter den Güterverkehr an und stellen Städteplanerisch eine besondere Herausforderung dar. In einer Stunde der Loughborough Universität wurden exemplarisch 5 Fahrzeuge der Klasse der schweren LKW untersucht.

Der Vergleich der Direktsicht verschiedener LKW ist nicht ganz einfach, weil dabei die 3-dimensionalen Sichtfelder berücksichtigt werden müssen. Um trotzdem einen ersten Vergleich zuzulassen, wurden hier ein „Direktsicht-Index“ angewandt, um einen ersten Hinweis zu bekommen. Dieser wird wie folgt ermittelt: Das Sichtfeld des Fahrers ist durch das Kabinendesign eingeschränkt und deckt Bereiche ab, die in der direkten Umgebung des LKWs liegen. Es wird der Abstand für 3 Positionen um den LKW ermitteln, die eine mittelgroße Person entfernt sein kann, ohne aus aus der Position des Fahrers direkt sichtbar zu sein. Das folgende Bild verdeutlicht das Vorgehen. Dieser Direktsicht-Index ergibt eine erste Richtzahl, die hilft, die Direktsicht-Qualität eines LKWs zu beurteilen.

Direktsicht-Index

Der Vergleich zwischen den den typischen Fernverkehr LKW zeigt, dass es bereits innerhalb dieser Klasse große Unterschiede gibt. Der größte Unterschied zeigt sich zwischen dem MAN TGX und dem Volvo FH N3. Insgsamt ist die Entfernung innerhalb derer ein ungeschützter Verkehrsteilnehmer nicht direkt sichtbar ist beim MAN TGX doppelt so hoch als beim Volvo FHA. So betrachtet schneidet der Volvo 47% besser ab, als der MAN. Doch bereits der Unterschied zum Scania ist mit 23% auffällig groß.

Der Vergeich zwischen den LKW Kabinen zeigt, dass es bereits heute innerhalb einer LKW-Klasse signifikante Unterschiede gibt. Die Wahl des klassenbesten Modells (in diesem Fall der Volvo FH) einen deutlichen Vorteil bei der Direktsicht bringt. Ein neuer Standard für Direktsicht kann jedoch über die heutige Direktsicht-Leistung des Volvos hinausgehen. Durch die neue Gesetzgebung, die den Herstellern eine größere Fahrzeuglänge erlaubt, ist es einfacher möglich, Designs mit niedrigerer Fahrerposition zu realisieren. Dies hätte eine deutliche Auswirkung auf die Direktsicht der neuen Modelle.

Wie der Einsatz von Low-Entry-Cabs im Werkverkehr zeigt, sind auch LKWs mit deutlich besserer Direktsicht am Markt verfügbar. Ein Beispiel ist der Mercedes Econic der auch in der Variante als „City-Sattelzug“ verfügbar ist:

Weitere Informationen zu LKWs mit optimierter Direktsicht erhalten Sie hier: